Fünf Jahre Später: Maturatreffen

Fünf Jahre Später: Maturatreffen

Vor zwei  Wochen hatte ich 5-jähriges Maturatreffen – wie die Zeit vergeht! Nicht, dass ich es nicht schon merken würde, wie die Zeit vergeht, immerhin bin ich schon im 10. (!!!) Bachelor-Semester. Und da kommen wir schon zum Anlass meines Beitrags. Denn mein früherer Klassenvorstand hatte unsere Briefe mit, die wir uns im letzten Jahr vor dem Abschluss an uns selbst geschrieben haben. Ich musste nicht wenig lachen, als ich gelesen habe, was mein 5 Jahre jüngeres ich für Ziele, Vorstellungen und teils Fehlerwartungen hatte. Weshalb ich mich beim erneuten Brief Schreiben etwas im Zaum gehalten habe, was meine Erwartungen für in weiteren fünf Jahren betrifft.

Fünf Jahre Später: Maturatreffen
Klassentreffen: 5 Jahre nach der Matura

Generell war es sehr spannend, zu sehen, was sich in fünf Jahren alles geändert hat. Vor allem bei meinen Klassenkollegen, die ich alle so gut wie gar nicht mehr gesehen habe seit Matura, Abschlussfeier, Maturareise und co. Immerhin gibt es schon ein Klassenbaby, Kolleginnen haben geheiratet und teils total andere Berufswege eingeschlagen, als es für einen Kindergartenpädagogik-Abschluss der Fall wäre.

Fünf Jahre Später: Ein Brief an mich selbst

Nun gut, ich habe die Bildungsanstalt für Kindergartenpädagogik abgeschlossen und hatte eigentlich noch recht wenig Pläne, bis auf den nahe liegenden Urlaub, beziehungsweise die lang ersehnte Maturareise. Dass ich wenige Monate zuvor einen Brief an mich geschrieben hatte (mit sehr gewagten Zielen), hatte ich in der Matura-Euphorie schon wieder vergessen.

Fünf Jahre Später: Was habe ich daraus gemacht?

Was stand nun in dem Brief? Erstens gleich zu Beginn (und somit der größte Lacher), dachte ich ernsthaft, ich bin nach satten 5 Jahren mit meinem Master fertig. Ich hätte es selbst wissen müssen, dass ich für alles etwas länger brauche (habe ja für die 4. Klasse Bakip auch etwas länger gebraucht). Zweitens wusste ich zu dem Zeitpunkt ganz bestimmt, dass ich Psychologie studieren und währenddessen gleich (drittens) mit der Psychotherapieausbildung beginnen will. Und weil die fünf Jahre ziemlich durchgeplant wurden, wollte ich nebenher noch im Kindergarten arbeiten UND in einer Praxis hospitieren, sonst wird das ja nichts mit der Psychotherapie und dem 5-Jahresplan, womit ich schon bei viertens und fünftens meiner To-Do-Liste wäre. Übrigens hatte ich auch schon mit „Kunst, Malen und Gestalten“ meine Therapiemethoden komplett durchgeplant und wollte nebenher (sechstens) für mein Hobby, das Malen, Kurse an der Volkshochschule etc. besuchen. Zu dem Zeitpunkt hatte ich wohl entweder keine Freunde (Spaß!) oder wollte einfach keine Freizeit, geschweige denn ein Leben haben. Siebtens wollte ich vor fünf Jahren nicht nur irgendeine Sprache, sondern Spanisch lernen und, achtens, endlich wieder von Niederösterreich nach Wien ziehen. Alles kein Problem, right? Nicht, dass meine Ziele unvorstellbar wären – ich kenne nicht viele, die den Master schon in der Tasche haben, nebenbei noch arbeiten und auch noch ein soziales Umfeld pflegen, aber immerhin ein bis zwei Personen gibt es. Somit wäre mein Fünf-Jahres-Plan gar nicht so abwegig.

Fünf Jahre Später: Was habe ich daraus gemacht?

Wie schon erwähnt, arbeite ich immer noch daran, meinen Bachelor abzuschließen, doch leider dauert er sicher noch mindestens ein Jahr. Anders als vorgehabt, studiere ich Bildungswissenschaften (was übrigens immer mein Plan B war) und nun seit zwei Semestern auch noch Publizistik. Das studieren an der Uni Wien selbst ist relativ enttäuschend, wenn man anstatt einfach zu studieren mit Rahmenbedingungen, allerlei Voraussetzungen und Mangel an Vorlesungsangebot geplagt wird – was das Studieren in Mindeststudienzeit nicht gerade vereinfacht. Jedes Jahr aufs Neue dachte ich mir, ich mache die Psychologie-Aufnahmeprüfung und habe es dann doch nie gemacht. Einerseits haben sich meine Interessen in dieser Zeit geändert, obwohl ich Psychologie immer noch äußerst spannend finde. Andererseits hatte ich aber nie die Zeit gefunden, für die Aufnahme zu lernen, da ich mit den Prüfungen in meinen anderen Studien schon so ausgelastet war. Ich habe ein Semester Spanisch gelernt, habe aber die Abschlussprüfung nicht absolviert, bin recht bald nach Wien gezogen und arbeite neben dem Studium im Kindergarten. Das war‘s auch schon mit meiner Liste. Zum Thema Malen, Spanisch lernen, Kurse an der Volkshochschule bzw. das Propädeutikum sind großteils Dinge, die scheiterten, da ich es mir einfach nicht leisten konnte – denn jetzt, wo ich Student bin, habe ich ein bisschen Ahnung davon, was der Spruch „Arm wie ein Student“ bedeutet.

Fünf Jahre Später: Ein Brief an mich selbst

Klar, es ärgert mich, dass das studieren so lange dauert, trotzdem kann ich es mir zurzeit nicht vorstellen, in meinem eingeschlagenen Berufsfeld mal Vollzeit zu arbeiten und habe aber auch viel nebenbei gemacht. Studieren war oftmals nicht Priorität Nummer 1. Und nach fünf Jahren kann ich trotzdem stolz auf mich sein. Immerhin, ich studiere – was sowohl meine Verwandten, als auch ich nie gedacht hätten, denn ich war mehr als froh, dass die Schul- und Lernzeit endlich vorbei war. Ich lerne mittlerweile seit fast zwei Jahren die Österreichische Gebärdensprache, kein Spanisch, sondern eine visuelle Sprache, die ich total spannend finde und mir unglaublich viel Spaß macht. Mittlerweile bin ich schon seit 7 Jahren mit meinem Freund zusammen und habe mit Jamie ein neues Familienmitglied, das mich zwar viel Zeit und Aufwand kostet, was es aber total wert ist. Außerdem habe ich mich getraut, über meinen Schatten zu springen und habe diesen Blog gestartet. Life & Colours ist wohl meine größte Errungenschaft in den letzten fünf Jahren und mein ganzer Stolz. Schon während der Schulzeit hatte ich ein großes Interesse daran (damals war es noch Youtube), habe mich aber schlichtweg nicht getraut. Es war zu schwer, die ganze Technik war zu kompliziert etc. Aber wie heißt es so schön? Just do it! If you never try, you‘ll never know! Better an oops, than a what if… ich könnte noch zig andere Quotes niederschreiben, die das ausdrücken, aber ich denke ihr wisst was ich meine!

 

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